Lesbos: ein Jahr später ...

Nun ist es schon über ein Jahr her, dass wir uns auf den Weg nach Lesbos gemacht haben, um dort vor allem den Kindern in Moria zu helfen. Zeitgleich breitete sich das Coronavirus in Europa aus und wir konnten so gerade noch durch Italien und Österreich durchflutschen, bevor überall die Grenzen dichtgemacht wurden. Am Ende stand eine 14-tägige Quarantäne.

Viel ist seitdem geschehen. Corona ist allerdings immer noch da. Inzwischen sind weltweit fast 3 Millionen Menschen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Es wird sicher noch etwas dauern, bis wieder so etwas wie "Normalität" einkehrt. 

Normalität gibt es für Geflüchtete nicht. Das gilt auch für die Geflüchteten auf der Insel Lesbos. Nachdem wir aus Griechenland zurückgekehrt waren, wurde das Lager mehr oder weniger abgeriegelt. Um ein Ausbreiten des Virus zu verhindern hieß es seitens der griechischen Regierung. In Deutschland machte zeitgleich das Bürgerbündnis "Seebrücke" weiter ordentlich Dampf, um durchzusetzen, dass die Geflüchteten aus diesen furchtbaren Lagern rausgeholt und nach Deutschland gebracht werden. Solidarität gab und gibt es viel. Und auch ausreichend Städte und Gemeinden, die ihre Bereitschaft erklärt haben, die Geflüchteten aufzunehmen. Doch die Politik sagte "Nein!". Und das tut sie heute noch. Mit dem Hinweis, dass es eine europäische Lösung geben muss.

Wenn es nicht so furchtbar wäre, müsste man bei dieser Aussage schallend auflachen. Denn Europa ist hoffnungslos zerstritten. Rechtskonservative Regierungen beispielsweise in Ungarn und Polen blockieren so ziemlich alles,  was irgendwie mit "Fremden" zu tun hat. Auch andere Länder bieten außer zaudern wenig. Und "Dank" Corona schaut auch kaum noch einer genau hin und das Thema verschwindet aus den Medien. 

Dabei war noch im September 2020 der Aufschrei riesengroß, als das Elendslager Moria in Flammen aufging. Jetzt müsste man aber doch?? Ja, man hätte gemusst. Doch es geschah etwas ganz anderes. Die griechische Regierung baute eine Art Zeltlager in Kara Tepe. Direkt am Meer. Auf einem ehemaligen Truppenübungsgelände. Dort leben nun immer noch Tausende unter fast noch schlimmeren Bedingungen als in Moria. Denn hier sind sie auch noch schutzlos Wind und Wetter ausgeliefert. Regelmäßig überflutet der Regen das Lager. Es ist bitterkalt, vom Meer weht ein kräftiger Wind. Und was macht Europa? Was es am besten kann: Wegschauen ... 

Aktuell können wir leider auch nicht viel mehr machen als immer wieder dazu aufzurufen, die Organisationen vor Ort mit Spenden zu unterstützen. "Wave of Hope" sind nach wie vor aktiv. Und das nicht nur auf Lesbos sondern in inzwischen 7 Flüchtlingslagern in Griechenland. Auch "Movement on the ground" sind in Kara Tepe vor Ort. Der Einfachheit halber bitten wir euch, eure Spenden weiterhin an die Seebrücke Minden zu schicken. Wir stehen im regelmäßigen Kontakt über die bestmögliche Verwendung der Spenden. 

Wie es mit uns weitergehen wird? Das wird die Zeit zeigen. Ihr kennt uns ja inzwischen. Irgendwann sagt wieder einer von uns "eigentlich müsste man" ... und schon kommt die Sache ins Rollen ...

Bleibt gesund! Und schaut weiter genau hin, was alles auf der Welt passiert. Die dreht sich nämlich auch während der Corona-Pandemie durchaus weiter.

Und es passiert immer noch eine Menge Sch ... da draußen ... 

 

 

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